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Der Heimelektronik-Markt blickt auf ein bewegtes Jahr zurück 

Aufgrund der Corona-Pandemie wurde  die Digitalisierung im Jahr 2020 beschleunigt und die Nachfrage nach  technischen Konsumgütern wuchs. Der Umsatz mit technischen  Konsumgütern stieg gegenüber dem 2019 Umsatz um 8,5 Prozent. 

Mit einem Marktvolumen von rund 5,5 Milliarden Franken hat der  Schweizer Heimelektronikmarkt im Jahr 2020 den Branchen Umsatzrekord geknackt, der zuletzt mit rund 5,3 Milliarden Franken  Umsatz im Jahr 2010 erzielt wurde. Covid-19-Effekte wie Homeoffice und  Homeschooling steigerten die Nachfrage nach Computern und Peripherie  enorm. Nicht nur im Arbeitsumfeld, sondern auch im Bereich Freizeit hat  die Pandemie Spuren hinterlassen. Aufgrund von Reiserestriktionen und  ausbleibenden Ferien im Ausland wurde eindeutig mehr ins Eigenheim  und in Hobbys investiert. Abgesehen von Produkten wie Bikes, Sport- und  Fitnessgeräte, Garten- und Heimbedarf gehöhrten auch Gaming Computer, Videospielkonsolen, Fernseher und Haushaltkleingeräte zu den  Kategorien, die im Jahr 2020 gegenüber dem Vorjahr im Umsatz  zweistellig zulegen konnten. 

Aufgrund von Corona beschleunigte sich die Digitalisierung bei den  Konsumentinnen und Konsumenten. Dies macht sich sowohl im Musik wie auch im Filmkonsum bemerkbar, wo Netflix und Spotify fürs Jahr 2020  Rekordzuwächse vermelden. Aus Sicht des Heimelektronik-Handels liegt  es auf der Hand, dass der Lockdown im Frühjahr zu einer höheren  Onlinenachfrage führte. Das hat dazu geführt, dass einige Erstkäufer  aktiviert wurden, welche bislang nur stationär gekauft hatten. Der Trend  des zunehmenden Onlinekaufs wurde somit im Jahr 2020 über den  Lockdown hinaus verstärkt. Im Bereich der Heimelektronik ist der Anteil  von Online Sales von 35,7 Prozent (2019) auf 47,8 Prozent (2020)  angestiegen. Luca Giuriato, GfK Experte, schätzt dies wie folgt ein:  «Sehr oft spielt der stationäre Handel beim Kaufentscheid doch noch eine  sehr wichtige Rolle, und wer das Cross Channeling beherrscht gehört zu  

den Gewinnern. Matchentscheidend ist die Kunden online abzuholen und in den Laden zu bringen,  ihnen dort ein positives Erlebnis zu bieten und den Kauf dann entweder im Laden physisch oder  online abzuschliessen oder dem Kunden Click & Collect anzubieten». Gemäss einer aktuellen GfK Umfrage scheinen Verfügbarkeit, Beratung (sei es online wie auch stationär) als auch ein fairer  Preis nach wie vor die Erfolgsfaktoren zu sein.  

IT / Office Markt  

Als grösster Teilmarkt legte der IT/ Office-Markt Schweiz im Jahr 2020 gegenüber dem Vorjahr um  12,6 Prozent zu. Das Marktvolumen ist dabei auf ein Rekordhoch von 2,430 Milliarden Franken  angestiegen, welches hauptsächlich Homeoffice und Homeschooling zuzuschreiben ist. Im  Schweizer IT/Office-Markt kam es daher Coronabedingt zu einer regelrechten Marktausweitung.  Gegenüber 2019 wurden rund 100'000 Desk-Computer und Notebooks mehr verkauft, welche  grösstenteils zu Arbeits- und Fernunterrichtszwecken in den Schweizer Haushalten gelandet sind.  Die Nachfrage war derart gross, dass es bei vielen Produkten wie Computern Monitoren, Webcams  oder Headsets teilweise zu Lieferengpässen kam. 

Der zweite, grössere Umsatztreiber im IT-Markt war das Thema Computer-Gaming. Nicht nur  dedizierte Desk-Computer oder Notebooks, sondern auch Monitore, Gaming-Mäuse, Tastaturen,  Headsets und vieles mehr sorgten für ein Wachstum von satten 48,1 Prozent gegenüber dem  Vorjahr. Der PC-Gaming-Markt bewegt sich nunmehr seit 4 Jahre in einem positiven Trend. Dieser  wurde im Jahr 2020 jedoch massiv verstärkt, sodass sogar ein noch höheres Wachstum möglich  gewesen wäre, wenn die ultimative Grafikkarten-Generation in genügend Mengen verfügbar  gewesen wäre. 

Mit einem Onlineanteil von rund 60 Prozent wurden im Jahr 2020 zum ersten Mal mehr IT/Office Produkte im Internet als im stationären Handel gekauft. 

Telecom-Markt 

Mit einem Marktvolumen von rund 1,3 Milliarden Franken zählt der «offene» Telecom-Markt (ohne  Telecom-Provider) zum zweitgrössten Teilmarkt der Heimelektronik. Gegenüber dem Vorjahr hat  dieser dank der ungebrochen hohen Nachfrage nach Bluetooth-Kopfhörern und Headsets um 3,2  Prozent zugelegt. Mit einem Umsatzvolumen von 254,6 Millionen Franken und einem Wachstum  von über 6 Prozent gehören Headphones/Headsets zu einer der margenträchtigsten und  attraktivsten Warengruppen der gesamten Heimelektronik. 

Ebenfalls entwickelten sich die sogenannten Wearables positiv. Damit sind vor allem Smartwatches  und Fitnesstracker gemeint, welche im Jahr 2020 die 100-Millionen-Umsatzgrenze erstmals 

knackten. Mit einem Wachstum von 8,6 Prozent liegt die Nachfrage nach diesen Produkten in einem  weiterhin nachhaltigen positiven Trend. 

Der grösste Telecom-Teilmarkt gehört den Smartphones. Im Jahr 2020 lagen die Mengen und auch  der Umsatz im GfK-Panelmarkt rund 1 Prozent unter Vorjahr. Bemerkenswert dabei ist, dass jedes  4. Handy 700 Franken oder mehr kostete. Zudem wird rund 40 Prozent des Marktvolumens der  Smartphones, die ohne Abos verkauft werden, mit Geräten erzielt, welche über 800 Franken kosten.  Sowohl der Anteil von «Premium-Handys» wie auch der Durchschnittspreis von Smartphones ohne  Abos, der 2020 bei 507 Franken lag, bliebt zum Vorjahr auf hohem Niveau unverändert. 

Neu erhebt die GfK zum Handy-Zubehör-Markt ebenfalls Marktzahlen. Das Panelmarktvolumen im  Jahr 2020 liegt bei knapp 90 Millionen Franken und beinhaltet Zubehör wie Handyhüllen,  Screenprotectoren, Chargers und vieles mehr. Da diese Kategorie bislang nicht erhoben wurde,  kann zur Marktentwicklung und zum Vorjahresvergleich keine Aussage gemacht werden. 

Consumer Electronics & Foto  

Seit mehr als 10 Jahren zeigt sich der Consumer-Electronics-Markt zum ersten Mal wieder in einem  positiven Trend. Das Marktvolumen von 1,180 Milliarden Franken entspricht einem Umsatzplus von  3,6 Prozent gegenüber 2019. Das Umsatzvolumen ist allerdings keineswegs mit demjenigen von  2010 vergleichbar, als der Markt noch 2,030 Milliarden gross war. 

Innerhalb des Bereichs Consumer Electronics und Foto konnten fast alle Teilmärkte mit Ausnahme  von Digital Imaging und InCar Electronic zulegen. Ein regelrechter Boom war bei den  Fernsehgeräten zu spüren, deren Nachfrage im Vorjahresvergleich in Menge um 20 Prozent  zunahm und diesem Teilmarkt 14,8 Prozent mehr Umsatz bescherte. Der positive Trend hatte  bereits Mitte 2019 eingesetzt und verstärkte sich im Jahr 2020 massiv. Der TV-Markt dürfte auch im  Jahr 2021 weiterhin hoch bis sogar wachsend bleiben. Die wachsende Nachfrage geht auf einen  Ersatzkaufzyklus zurück, dessen Basis in den Jahren 2010-2014 liegt. In diesen Jahren wurden  jährlich bei 3,3 Millionen Haushalten zwischen 800'000 und 900'000 Geräte zu einem  Durchschnittspreis von rund 1100 Franken abgesetzt. Im Jahr 2020 wurden vergleichsweise rund  583'000 TV-Geräte bei 3,8 Millionen Schweizer Privathaushalten zu einem durchschnittlichen Preis  von rund 900 Franken verkauft. 

Nicht nur TV-Geräte, sondern auch Audio-Produkte und Zubehör gehörten zu den Gewinnern.  Aufgrund einer ähnlichen Nachfragekurve liegt die These nahe, dass wohl einige Käufer eines  neuen Fernsehers sowohl eine Wandhalterung als auch eine Soundbar in den Warenkorb gelegt  haben. Andere wiederum sehen die Soundbar als Ergänzung zu einem Multi-Room-System wie  Sonos. Die Nachfrage in diesem Bereich explodierte in den Monaten November und Dezember mit  starkem zweistelligem Wachstum förmlich.

Die reduzierten Ferien und Reisen ins Ausland hatten auf die Nachfrage nach fotografieren und  filmen einen deutlich negativen Impact. Der Bereich Digital-Imaging wozu Fotokameras, Objektive  und auch Actioncams gehören, ging im Jahr 2020 um 14,6 Prozent zurück und schrumpfte auf 184,9  Millionen Franken. Der Markt steht aufgrund der Substitution durch Smartphones seit Jahren unter  Druck und verliert insbesondere im Einsteigerbereich kontinuierlich an Boden. Die Systemkameras  hingehen waren in den letzten Jahren in konstantem Aufwind. Dies wären sie wohl ohne Pandemie  auch im Jahr 2020 wiederum gewesen. Am Jahresende lag dieses Segment jedoch im Umsatz um - 2,9 Prozent unter Vorjahr. 

In der Gesamtbetrachtung des Digital-Image-Marktes schien zu Jahresbeginn die Talsohle langsam  in Sichtweite zu sein, jedoch verschärfte Covid-19 die Lage für alle Marktteilnehmer im Fotomarkt  vorerst weiter. Es ist davon auszugehen, dass wenn das Reisen wieder möglich ist, auch die Lust  am Fotografieren wieder wächst, sodass der Bereich Digital Imaging von einem Nachholbedarf  profitieren wird. 

GfK. Growth from Knowledge. 

Seit über 85 Jahren vertrauen uns Kunden weltweit, indem wir sie bei geschäftskritischen  Entscheidungsprozessen rund um Verbraucher, Märkte, Marken und Medien unterstützen. Mit  unseren verlässlichen Daten und Erkenntnissen, kombiniert mit fortschrittlicher künstlicher  Intelligenz, haben wir den Zugang zu umsetzbaren Handlungsempfehlungen in Echtzeit  revolutioniert, die die Marketing-, Vertriebs-, und Organisations-Effektivität unserer Kunden und  Partner steigern. Auf diese Weise versprechen und liefern wir Wachstum durch Wissen – Growth  from Knowledge.

Quelle: https://www.gfk.com/de/presse/ch-heimelektronikmarkt-2020?hsLang=de