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HUGO BOSS setzt ein klares Zeichen gegen Tierquälerei und wird zukünftig zertifiziert mulesing-frei. Das deutsche Modeunternehmen kündigte an, ab 2025 ausschliesslich mulesing-freie Wolle für seine reinen Woll-Anzüge zu beziehen. Daneben soll bis 2030 der Einsatz mulesing-freier Wolle für die gesamte Produktpalette vorangetrieben werden. Sehr zur Freude der globalen Tierschutzorganisation VIER PFOTEN, die sich bereits seit mehreren Jahren gegen die grausame Prozedur des Mulesing stark macht. 

Insgesamt haben 35 internationale Modemarken, darunter beispielsweise auch Sportgrösse Adidas oder Marc Cain, und zuletzt auch HUGO BOSS, in einem offenen Brief von VIER PFOTEN an die australische Wollindustrie ihre Absicht geäussert, ausschliesslich zertifiziert mulesing-freie Wolle zu beziehen.

«Hugo Boss zählt bereits seit einigen Jahren zu unseren lautstärksten Mitstreitern und aktivsten Befürwortern von mulesing-freier Wolle. Gemeinsam konnten wir auch die Tierschutzrichtlinien der Marke insgesamt verbessern. Die Gesprächsbasis war dabei immer respektvoll und konstruktiv», so Rebecca Picallo Gil, Kampagnenleiterin für Wolle bei VIER PFOTEN.

Kundenerwartungen in der Pandemie am Steigen

Dass Tierleid auch bei Kund:innen von Bekleidung immer öfter für Unmut sorgt, zeigt eine aktuelle Studie von VIER PFOTEN. Ein knappes Drittel (31%) der insgesamt 14'000 Befragten in zwölf Ländern weltweit sucht seit COVID-19 entweder bewusst nach Kleidung mit Tierschutz-Standards oder meidet tierische Textilien komplett. Marken, die diesem Trend folgen, werden ebenfalls von jedem Dritten (37%) bevorzugt. 

«Dieses starke Signal soll möglichst viele Marken aus den unterschiedlichen Mode-Bereichen ermutigen, denselben Schritt zu gehen. Wir konnten bereits sehen, dass speziell Outdoor Marken sich gegen Mulesing-Wolle stellen, während Luxusmodehersteller eher wenig Interesse zeigten. Mit Hugo Boss haben wir einen weiteren Verbündeten im Premium-Segment für die Tiere gewonnen. Wir fordern noch mehr Marken dazu auf Mulesing-Wolle verlässlich auszuschliessen, um in Zukunft jährlich über zehn Millionen Lämmer in Australien vor dieser grausamen und überholten Prozedur zur verschonen», freut sich Picallo Gil. 

Hintergrund

Über 75 Prozent der Wollexporte und sogar 90 Prozent der beliebten feinen Merino-Wolle, die für die globale Fashion-Industrie verwendet werden, stammen aus Australien – weltweit das einzige Land, wo die Methode des Mulesing noch betrieben wird. Mulesing ist eine bei wenigen Wochen alten Lämmern durchgeführte schmerzhafte Methode, bei denen den Tieren ohne Betäubung grosse Hautstreifen am Po herausgeschnitten werden, um sie vor Schmeissfliegen-Befall zu schützen. Dabei gibt es längst Alternativen. Etwa Schafzüchtungen, die widerstandsfähiger gegenüber Parasiten sind als die überzüchteten Merino-Schafe. Es braucht eine kräftige Unterstützung der Schafwoll-Industrie, damit es Marken, die nicht auf Merinowolle verzichten wollen, ermöglicht wird, genügend mulesing-freie Wolle beziehen zu können. Deshalb auch der offene Brief von Marken an die Industrie. Konsument:innen können aber auch tätig werden, indem sie bei Marken explizit nachfragen und sich beim Kauf von Kleidung an verlässliche Zertifizierungen orientieren. 

Im Zuge des Brand Check von VIER PFOTEN konnten bisher bereits acht Marken für die Verwendung von mulesing-freier Wolle motiviert werden. Neben Mode-Grössen wie Calvin Klein, Puma und C&A reiht sich nun mit HUGO BOSS die neunte internationale Marke ein, verlässliche Massnahmen für einen Ausstieg von Mulesing-Wolle umzusetzen.

Quelle: www.vier-pfoten.ch